Geschichte 1

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Besiedlungsgeschichte
Archäologische Funde in der Provinz Cagayan (Nordluzon) deuten auf eine erste menschliche Besiedlung des Gebiets im mittleren und späten Pleistozän (ab ca. 250000 v. u. Z.). Diese Hominiden, vermutlich Verwandte des Java- und des Peking-Menschen sowie anderer asiatischer Frühmenschen, waren als Jäger zusammen mit heute auf den Philippinen längst ausgestorbenen Säugetieren (Nashorn, Zwergelefant, Stegodon u. a.) über damals bestehende Landbrücken vorn asiatischen Festland eingewandert. Die ältesten Spuren des Homo Sapiens auf den Philippinen (steinzeitliche Werkzeuge und fossile menschliche Knochenfragmente) entdeckten Anthropologen in den Tabon-Höhlen (bei Quezon, Insel Palawan). Untersuchungen mit der Radiokarbonmethode lassen eine Datierung auf ca. 30 500 v. u. Z. zu. Da Palawan Teil des Sunda-Schelfs ist, gilt es als erwiesen, daß der Tabon-Mensch< über eine südliche Landbrücke aus dem Gebiet des heutigen Borneo kam. Ein weiteres Indiz bekräftigt diese These: die Ähnlichkeit der frühmenschlichen Lebensforrmen der Taboi Kultur auf Palaxa in mit der Niah-Kultur in Saravv-ak, Ostmalaysia (Borneo). Vermutlich existierten zu dieser Zeit auch in anderen Philippineninseln Horno Sapiens Populationen. Als eigentliche Ureinwohner werden jedoch die Negritos angesehen, die im späten Paläolithikum (Altsteinzeit ab ca. 25 000 v. u. Z.), über Landbrücken von Kontinentalasien kommend, verschiedene Regionen der Philippinen kontinuierlich besiedelten. Diese pygmäenhaften kraushaarigen Einwanderer au straloider oder melanesischer Abkunft lebten als nomadisierender Jäger und Sammler in Höhlen, sie sind die älteste, heute noch auf mehreren philippinischen Inseln (Luzon, Panay, Negros, Palawan,Nordmindanao) vorhandene Menschengruppe.
Nachdem die Landbrücken in Holozän, dem letzten Abschnitt der Erdneuzeit ( (zwischen ca. 25 000 und 10 000 v. u. Z. durch das Abschmelzen der eiszeitlich Gletscher ins Meer versunken waren, wurde den die negroiden Altstämme im Neolithikum (Jungsteinzeit) von seefahrenden Stammesverbänden alt- oder protomalaiischer Völker ethnisch überlagert bzw. in abgelegene, gebirgige Rückzugsgebiete verdrängt. Diese Volksgruppe mongolisch-kaukasischen Ursprungs bildet den ältesten Zweig der austronesischen Rasse, die sich, von China ausgehend, auf einer der längsten Völkerwanderungen der Menschheitsgeschichte über die halbe Erdkugel verbreitete, von Madagaskar bis zur Osterinsel. Den philippinischen Archipel erreichten die Protomalalen auf dem Seeweg (vermutlich über Borneo) in zwei großen Einwanderungsintervallen (ca. 3000 v. u. Z. und ca. 1000 v. u. Z.). Sie brachten den Inseln eine weit höhere Kultur, als sie die auf vergleichsweise niedriger Entwicklungsstufe stehenden Negritos besaßen; u. a. führten sie erste Formen der Landwirtschaft und des Hausbaus ein (auf sie geht auch der traditionelle Brandrodungsfeldba u, Kaingin, zurück). Im Zentrum ihrer Naturreligion standen Schamanismus und ein ausgeprägter Totenkult; ein weiteres wichtiges Element ihrer Kultur war zudem die (noch bis Anfang unseres Jahrhunderts praktizierte) rituelle Kopfjagd. Zu den direkten Nachkommen der Altmalaien gehören die Bergstämme Mindanaos (Manobo, Bagobo u. a.) sowie die Igorot-Völker Nordluzons (Bontok, Ifugao, Kalinga u. a.), die Erbauer der dortigen großartigen Reisterrassen. In einer dritten großen Einwanderungswelle gelangten etwa zwei Jahrhunderte vor Beginn unserer Zeitrechnung austronesische jung- oder Deuteromalalen aus dem südchinesischen Raum auf die Philippinen. Diese immigranten, die in maritim orientierten Sozialverbänden zusammengeschlossen waren (Beiname "Küstenmalaien"), verdrängten nun ihrerseits die Protomalaien (wie diese zuvor die Negritos) aus den fruchtbaren Küstenstreifen und leicht zugänglichen Tiefebenen ins gebirgige Binnenland. Die eigentlichen Jungmalaien bildeten nicht nur den Grundstock für die heute staatstragende Bevölkerung der Philippinen, sondern brachten als Träger der Dongson-Kultur ( Bezeichnung für die erste metallverwendende Kultur Indochinas und des malalischen Archipels; benannt nach einem bedeutenden Fundort im Norden Vietnams) auch einen enormen Zivillsationsschub in die philippinische Inselwelt: den Sprung von der Stein- in die Bronze- und Eisenzeit. Wesentliche Kulturmerkmale der deuteromalaiischen Einwanderer waren u. a. der Gebrauch von Metallwerkzeugen und -waffen, die Einführung einer bereits sehr hochentwickelten Töpferkunst und der Haustierhaltung sowie die Entwicklung neuer Methoden in der Landwirtschaft und im Häuserbau (Pfahlbauten). Zwar existierten zur damaligen Zeit auf dem philippinischen Archipel noch keine größeren politischen Einheiten, doch lebten die Menschen bereits in gefestigten Gemeinschaften mit einem demokratisch gewählten Häuptling an der Spitze und einem alle Stammesmitglieder verpflichtenden Gesetzesgefüge (Adat).

Frühe Kontakte zu Nachbarstaaten
Die Philippinen lagen ab der Zeitenwende bis zum Beginn der spanischen Kolonisation mehr oder weniger an der Peripherie der bedeutenden geschichtlichen Ereignisse im südostastatischen Raum. Der Archipel und seine Bewohner haben an den vor allem unter indischen Einflüssen erfolgten großen kulturellen und staatlichen Entwicklungen in Südostasien kaum teilgenommen. Indien hatte schon in vorchristlicher Zeit begonnen, sich in Hinterindien und auf dem Malalischen Archipel auszudehnen. Nach dem Niedergang des expansiven südindischen Pallava Königreichs entstand im 9. Jahrhundert in Indonesien das indisierte buddhistische Großreich Sri Vijaya (ca. 800 - 1377), dessen Herrschaftsbereich im Zenit seiner Macht die Inseln Sumatra (das Kernland´der Sri Vijaya-Kultur mit der Hauptstadt Palembang), Borneo, Celebes und West-Java sowie weite Teile Hinterindiens umfaßte; sogar Ceylon war ihm lange Zeit tributpflichtig. Die Philippinen allerdings gehörten, trotz der räumlichen Nähe, nie unmittelbar zum Machtbereich des Sri Vijaya-Reichs. Nach anfänglich schwachen Handelskontakten, die vorwiegend von den beiden Fürstentümern Bandjarmasin und Brunei auf Borneo ausgingen,wurden lediglich die südphilippinischen Sulu-Inseln (durch die Heirat eines Sulu-Fürsten mit einer Prinzessin von Banjarmasin) dem Sri Vijaya-Imperium angegliedert. Sulu entwickelte sich zu jener Zeit zu einem bedeutenden Zentrum des Warenaustauschs; hier unterhielten arabische, chinesische und siamesische Seehändler, aber auch Kaufleute aus dem alten Champa-Reich im südlichen Annam (etwa das Gebiet des heutigen Vietnam) wichtige Handelsstützpunkte. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erreichte eine weitere Einwanderungswelle die Philippinen: Die neue Spur malalischer Besiedlung zieht sich von Brunei und der Nordwestküste Borneos über Palawan zu den Zen- tralphilippinen (vor allem Panay, Mindoro und Südwestluzon). Die neuen Immigranten - malalische Datu ("Häuptlinge") mit ihren Gefolgsleuten, flohen vor der Gewaltherrschaft borneischer Sultane und gründeten in den Küstensäumen, nachdem sie das Land von den Eingeborenen im Tauschhandel erworben hatten, ihre Siedlungen. Der Name der Inselgruppe im Zentrum des philippinischen Archipels - Visayas - geht übrigens auf diese frühen Kolonisten aus dem Sri Vijaya-Reich zurück.

Gegen Ende des 13. Jahrhunderts wurde Sri Vijaya allmählich vom aufsteigenden Königreich Majapahit (1293 - 1478) als dominierende Macht Südostasiens abgelöst. Auch diesem hinduistischen Großreich, dessen malalische Herrscher eine expansionsorientierte Politik betrieben, waren die Philippinen nie direkt unterworfen. Allerdings kam es durch Händler und Einwanderer zu einer verstärkten Ausbreitung indischer Kultureinflüsse, vor allem auf dem Sulu-Archipel, in der Gegend um den Lanao-See (Mindanao), auf den westlichen Inseln (Palawan, Mindoro, Panay und Cebu) sowie auch im Gebiet um die Bucht von Manila. Einwirkungen erfuhr das regionale Wirtschaftsgefüge, mehr noch aber das politisch-soziale und religiöse Leben sowie verschiedene Ausdrucksformen der Kunst. Funde hinduistischer Götterstatuen auf Cebu und Mindanao beispielsweise legen Zeugnis ab von der Beeinflussung des lokalen religiösen Brauchtums. Weitere Hinweise auf die Durchdringung der Naturreligionen und der Mythologie der alten philippinischen Stammesgruppen mit brahmanischen Merkmalen finden sich in den Götternamen (z. B. entwickelte sich die Bezeichnung Bathala für die höchste Gottheit der alten Tagalen aus dem Sanskrit-Begriff Bhattara). Die später einsetzende Islamisierung der südphilippinischen Inseln und schließlich vor allem die mit der Kolonisation durch die Spanier einhergehende Christianisierung haben jedoch die Elemente der indischen Hochkultur weitgehend überdeckt. Allein in der Sprache lebt das indische Erbe weiter: Bei allen wichtigen philippinischen Sprachen und Regionaldialekten (einschließlich des Tagalog) finden sich Wurzeln aus dem Sanskrit und dem Tamilischen. Anzumerken ist, daß nie Zuwanderer in größerer Zahl direkt aus Indien ins Land gekommen sind, sondern daß hauptsächlich hinduisierte Malaien aus Borneo quasi als Mittler die indischen Einflüsse in die philippinische Inselwelt brachten. Einen anderen Charakter hatten die Beziehungen Chinas zu den Philippinen sie waren in erster Linie von wirtschaftlichen und weniger von politischen Interessen geprägt. Die Anfänge der chinesisch-philippinischen Handelskontakte liegen nachweislich im zweiten vorchristlichen Jahrhundert, eine Intensivierung erfuhr der Warenaustausch aber erst zur Zeit der Tang-Dynastie (618-906) und einen Höhepunkt schließlich während der SungDynastie (960-1280), als sich China zu einer bedeutenden Seemacht entwickelte. Die Dschunken liefen mit dem Nordostmonsun aus, segelten an der Küste Asiens entlang und kehrten mit dem Südwestmonsun über Borneo, den philippinischen Archipel und Taiwan wieder zurück. Wie Ausgrabungen beweisen, war dieser Handel sehr umfangreich . Chinesische Kaufleute tauschten ihre Waren (Porzellan, Seide, Kupfergefäße, eiserne Gebrauchsgegenstände u. a.) gegen Gold und Naturprodukte der Einheimischen (Perlen, Muscheln, Abaka, wertvolle Hölzer, Baumwolle, Gewürze, Bienenhonig u. a.) ein. Zu den bevorzugten Handelsplätzen der Chinesen zählten damals die Inseln Luzon (Liusung), Mindoro und Palawan (Pa-Lao-Yu); teilweise gründeten sie hier (etwa ab dem 13. Jahrhundert) feste Niederlassungen, in die später chinesische Einwanderer strömten. Lange Zeit dienten philippinische Häfen auch arabischen Seehändlern (die zeitweise einen beträchtlichen Teil des sino-philippinischen Handels abwickelten, denen zu anderen Zeiten aber der Zugang zu chinesischen Häfen verwehrt war) als Warenumschlagplätze und Treffpunkte für ihre Transaktionen mit chinesischen Kaufleuten. Während der Ming Dynastie (1368-1644) waren verschiedene philippinische Stammesfürsten zeitweise dem Kaiser von China tributpflichtig. Ungeachtet ihrer bedeutsamen wirtschaftlichen Rolle zeigten chinesische Händler und Siedler niemals größere Ambitionen, auf den Philippinen ihre Religion, ihre Kunst oder ihre Lebensweise zu verbreiten. Die Einflußnahme konzentrierte sich vorwiegend auf das Wirtschaftsleben; kulturelle Einwirkungen waren eher eine Begleiterscheinung. Als ein wichtiges Kulturgut brachten die Chinesen das Porzellan mit, das schon bald bei allen philippinischen Stammesgruppen zu einem begehrten Artikel avancierte.Auch Japan pflegte schon Jahrhunderte vor Ankunft der Spanier Handelsbeziehungen zu den Philippinen. Japanische Seefahrer liefen jedoch fast ausschließlich Manila und Häfen in Nordluzon an. Den Japanern wird die Einführung der (heute noch sehr bedeutsamen) Fisch- und Entenzucht zugeschrieben; ihre frühen Niederlassungen entstanden überwiegend am Golf von Lingayen.

Die Islamisierung der südphilippinischen Inseln
Die Herrschaftszeit des hinduistischen Großreichs Majapahit währte nur knapp zwei Jahrhunderte; gegen Ende des 15. Jahrhunderts brach das kolonialindische Imperium unter der gewaltigen Machtentfaltung des islamischen Reichs von Malakka (1403-1511) zusammen. Der Islam gewann die Oberhand über ein weites Gebiet, das von der Malauschen Halbinsel über den Malalischen Archipel bis zu den südphilippinischen Inseln reichte. In seinem Gefolge bildeten sich Moslemstaaten, die indische und islamische Elemente zu einer Einheit verschmolzen (als einzige rein hinduistische Enklave blieb das indonesische Bali erhalten). Der Islam hatte Südostasien entlang der Handelswege erreicht. Bereits in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten waren arabische Händler vereinzelt über die Grenzen des asiatischen Kontinents hinaus in die westpazifische Inselwelt vorgestoßen; Manila wurde im 12. Jahrhundert einer ihrer bedeutendsten Handelsplätze im südostasiatischen Raum. Anfangs gab es keine Bekehrungsversuche; erst gegen Ende des 14. Jahrhunderts begannen islamische Gelehrte, von Borneo her vordringend, auf den Sulu-Inseln ihr Missionierungswerk. 1380 erreichte der Araber Karim al-Makdum die kleine Insel Simunul und ließ dort die erste Moschee auf philippinischem Boden erbauen. Zehn Jahre später folgte ihm der moslemische Malalenprinz Rajah Baginda von Sumatra mit seinen Gefolgsleuten. Zu einer machtvollen Ausbreitung des Islam kam es aber erst gegen 1450 mit der Ankunft von Abu Bakr aus Johore, der von dem Sultanat Brunei aus die Insel Jolo unterwarf und das erste Sultanat von Jolo gründete. Sharif Mohammed Kabungsuwan schließlich war der erste Moslemführer, der bis Mindanao vordrang; er heiratete dort eine einheimische Prinzessin und gründete 1475 das straff organisierte Sultanat Maguindanao (mit der Stadt Cotabato als Zentrum). Bemerkenswerterweise erwiesen sich die arabischmalalischen Eroberer-Missionare als vergleichsweise humane Kolonisatoren, die den Islam nicht mit Feuer und Schwert verbreiteten, sondern versuchten, mit Toleranz und Diplomatie ihre Interessen mit denen der Einheimischen zu verbinden. Die meisten der südphilippinischen Stämme nahmen die neue Lehre willig an, nur wenige weigerten sich und wichen in die Berge zurück. Mit dem Koran gelangten auch die arabische Schrift, orientalische Kunst, arabisches Recht und der arabische Kalender auf einen Teil der philippinischen Inselwelt. Bis Mitte des 16. Jahrhunderts war der Islam bereits punktuell auf der Hauptinsel Luzon vertreten. Eine weitere Ausdehnung der politischen und kulturellen Einflußsphäre der Söhne Allahs verhinderte erst die spanische Kolonisation.

Die spanische Kolonialepoche / Magellan - der Entdecker
Aus dem Schatten der Weltgeschichte traten die Philippinen erst, als Fernäo de Magalhäes (besser bekannt unter seinem hispanisierten Namen Ferdinand Magellan), ein portugiesischer Seefahrer in Diensten der spanischen Krone, am 16. März 1521 bei der unbewohnten Insel Homonhon im Golf von Leyte vor Anker ging. Zwei Jahre zuvor war er mit einer Expedltionsflotte (fünf Schiffe und 265 Mann Besatzung) von der iberischen Halbinsel aufgebrochen, um einen westwärts führenden Seeweg nach Indien zu finden. Ein wichtiger Anstoß für die Umsegelung Südamerikas war dabei der gewinnbringende Gewürzhandel gewesen, der angesichts der mangelhaften Konservierungsmöglichkeiten der damaligen Zeit weitaus größere Bedeutung hatte als heute. Magellan nannte die Inseln, für die er im Namen seines Kaisers Karl V. Besitzansprüche geltend machte, >Archipelago de San Lazaro<. Ende März erreichte die spanische Flotte die der Südspitze Leytes vorgelagerte kleine Insel Limasawa, wo Magellan mit dem Stammesführer Rajah Kolambu einen Blutsbund schloß (ein Vertrag, bei dem ein Partner vom Blut des anderen trank), und Pedro de Valderrama, ein katholischer Priester, am Ostersonntag des Jahres 1521 die erste christliche Messe auf philippinischem Boden zelebrierte. Am 7. April 1521 landete Magellan auf Cebu (damals unter dem Namen Sugbu bekannt und eine bedeutende Handelskolonie arabischer, chinesischer und siamesischer Kaufleute); es folgten ein Blutspakt mit dem Inselherrscher Rajah Humabon und wenig später die Konvertierung Humabons, seiner Familie und von 800 seiner Gefolgsleute zum christlichen Glauben. Lediglich einer der lokalen Stammeshäuptlinge, LapuLapu von der Insel Mactan, widersetzte sich allen Missionierungs- und Unterwerfungsabsichten, iberische Stärke unter Beweis stellend und in der vermeintlichen Gewißheit, die militärische Überlegenheit zu besitzen, entschloß sich Magellan zum Angriff, fand jedoch bereits beim Landungsversuch den Tod,
 
als sich seiner kleinen Schar von nur 60 bewaffneten Spaniern in den flachen Mangrovengewässern Mactans rund 2000 eingeborene Krieger entgegenstellten. Lapu-Lapu, Magellans Bezwinger, ging als frühester Fretheitsheld der Philippinen in die Geschichte ein, konnte mit seiner Tat jedoch die Eroberung und Christianisierung der Inseln nicht mehr aufhalten.
Nach dem Tod ihres Generalkapitäns setzte die nur noch aus zwei Schiffen und einer stark dezimierten Besatzung bestehende Armada ihre Reise in westlicher Richtung fort. Lediglich ein Schiff (mit nur noch 18 Seeleuten an Bord) vollendete im September 1522 die erste Weltumsegelung der Geschichte und erbrachte damit den endgültigen Beweis für Galileis These von der Kugelgestalt der Erde. Aber allein die wertvolle Ladung der Victoria (vorwiegend Gewürze von den Molukken) reichte aus, um die Kosten für die aufwendige Expedition um ein Vielfaches zu übertreffen und, mehr noch, das Interesse der Spanier an den fernen Inseln endgültig zu entfachen. Im Vertrag von Tordesillas (1494) hatte Papst Alexander Vl. die neu entdeckten oder noch zu entdeckenden überseeischen Gebiete zwischen den katholischen Weltmächten Spanien und Portugal aufgeteilt: Spanien erhielt alle Gebiete westlich, Portugal alle Gebiete östlich einer imaginären, 370 leguas (spanische Meile = 51/3 km) westlich der Kapverdischen Inseln von Pol zu Pol verlaufenden Demarkationslinie zugesprochen. Zunächst bestand in Europa keine Klarheit darüber, wem der philippinische Archipel zuzuordnen sei - wo endete Westindien, die spanische Einflußsphäre, und wo Ostindien, der portugiesische Herrschaftsbereich? Im Vertrag von Saragossa (1529) gab Kaiser Karl V. Spaniens Hoffnungen auf den Gewürzhandel mit Asien auf und trat alle Besitzansprüche auf die Gewürzinseln (Molukken) und die Philippinen gegen eine Entschädlgungssumme von 350 000 Golddukaten an die Portugiesen ab. Somit wurde Portugal für 36 Jahre Kolonialmacht auf der fernen Inselwelt, ohne daraus jedoch größeren politischen oder wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen. Die Spanier hielten sich an das Abkommen von Saragossa, indem sie die portugiesische Souveränität über die Molukken respektierten; ihr Interesse an den Philippinen aber gaben sie nicht auf. Allem Anschein nach waren sich die Portugiesen deren handelsstrategisch außerordentlich günstiger Lage (China!) nicht bewußt, denn sie erhoben keine Einsprüche, als die Spanier zwischen 1525 und 1542 vier weitere Expeditionen zu dem fernöstlichen Inselreich entsandten und Ruy Lopez de Villalobos dem Archipel zu Ehren des Infanten von Spanien, Philipp 2. den Namen "Islas Filipinas" gab. (1542).

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